Wenn unsere Arbeit Früchte trägt…

Es ist kein Geheimnis, dass Bioprodukte reich an Nährstoffen sind, und bei ihrer Produktion weitgehend auf Zusatz- und Konservierungsstoffe verzichtet wird – ganz im Gegensatz zu den meisten industriell hergestellten Lebensmitteln aus unseren Supermärkten. Oft wird jedoch angenommen, dass wirklich hochwertige, frische Produkte teuer sind und nur bei darauf spezialisierten Händlern zu bekommen sind.

Dabei gibt es eine weitere Möglichkeit, in den Genuss von biologisch angebauten Produkten zu kommen: Haben Sie schon mal an Eigenanbau gedacht?

Obst und Gemüse selbst zu züchten, kann eine wirklich erfüllende Aufgabe sein.

Samen sähen, die ersten Keime entdecken und dann das Wachsen und Gedeihen der Pflanzen hautnah miterleben … eine wahre Freude, die in der Ernte der Früchte unserer Arbeit gipfelt!

Leichter als man denkt…

Das Großartige daran ist, dass man mangels Garten oder Beet auch in Blumenkästen und Kübeln auf dem Balkon oder in einem kleinen Hinterhof so einiges produzieren kann. Ist in Ihrem Garten nicht genug Platz für ein eigenes Gemüsebeet, findet sich hier und da bestimmt noch eine Lücke für einen Topf oder Hängekorb – viele Gemüsearten lassen sich auch gut zwischen Blumen und anderen Gewächsen pflanzen.

In puncto Nährwert haben Sie so die Gewissheit, lebensnotwendige Vitamine aus einer ganz natürlichen Quelle zu erhalten – und zwar selbst gezüchtet und mit eigenen Händen geerntet, so dass alles ganz frisch auf Ihrem Teller landet!

Für alle Neulinge auf diesem Gebiet stellen wir im Folgenden einige Ideen zur Produktion nahrhafter Obst- und Gemüsesorten vor, die relativ einfach selbst anzubauen sind. Sie können diese Pflanzen selbst aus Samen ziehen oder auch auf vorgezogene Setzlinge aus einer Gärtnerei oder einem Gartencenter zurückgreifen.

Tomaten

Ob frisch im Salat, gegrillt zum Frühstück, gebacken oder als Zutat unzähliger Gerichte – Tomaten sind so vielseitig wie fast kein anderes Gemüse und für den Eigenanbau daher sehr empfehlenswert.

Sie sind noch dazu reich an Vitamin A, C und E und versorgen uns mit dem Antioxidant Lycopin, was den meisten Sorten ihre klassische rote Färbung verleiht. Tomaten können relativ einfach in Töpfen und anderen Erdbehältern gezüchtet werden. Cocktailtomaten eignen sich auch bestens für Hängekörbe, aus denen die Pflanze dann samt ihren kleinen Früchten herabwachsen kann.

Blattgemüse

Der Anbau von Salat, Spinat, Kresse, Endivie und vielen anderen Arten von Blattgemüse sollte auch unerfahrene Gemüsebauern vor keine allzu große Herausforderung stellen. Hierfür können Sie sogar den Platz zwischen den Tomaten nutzen, solange noch genug Sonnenlicht für die niedrigeren Pflanzen durchkommt. Auch Blumenkästen auf der Fensterbank und andere platzsparende Gefäße können ausreichend Erdvolumen für Blattgemüse, bieten, ohne dabei im Weg zu sein.

Frisch nach der Ernte enthalten diese so unscheinbaren, leichten Blätter eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralien. Kresse zum Beispiel ist eine gute Quelle an Vitamin C, wohingegen junge Spinatblätter und Endiviensalat reich an Folat und Eisen sind. Schon 90 g davon versorgen Sie mit ca. 130 Mikrogramm Folat!

Zucchini

Zucchinipflanzen breiten sich zwar gerne etwas aus, sind aber sehr pflegeleicht und ertragreich. Noch dazu sind sie vielseitig einsetzbar und strotzen nur so vor Nährstoffen.

Sie stellen eine so reichhaltige Quelle an Kalium und Vitamin C dar, dass Sie mit nur 100 g leicht gedünsteter Zucchini schon die Hälfte Ihres Tagesbedarfs an Vitamin C abdecken.

Gebacken, gedünstet, gefüllt … Zucchini schmecken hervorragend als Beilage oder Hauptgericht, und wenn Sie es tatsächlich geschafft haben, auch noch Ihre eigenen Tomaten großzuziehen, steht der Zubereitung eines köstlichen Ratatouille nichts mehr im Wege!

Karotten

Karotten und anderes Wurzelgemüse sind eine nährstoffreiche Grundlage unserer Ernährung. Sie werden überrascht sein, wie viel süßer und aromatischer die Ernte aus eigener Produktion schmeckt! War Wurzelgemüse herkömmlicherweise dem Bodenanbau vorbehalten, machen es neue „Kurzwurzel“-Sorten mittlerweile möglich, vieles davon auch in Kübeln zu züchten. Eine Alternative sind hohe, schmale Töpfe oder sogar ausrangierte Wasserrohre!

Ihre auffällige orangene Farbe verdanken Karotten dem Antioxidant Beta-Carotin, welches unter anderem für ein gesundes Seevermögen wichtig ist (daher auch der Mythos, dass wir mit Karotten tatsächlich unsere Seeschärfe verbessern könnten). Roh – in Scheiben oder Stückchen geschnitten – , gekocht, gedämpft oder als Zutat in Aufläufen, Suppen oder Eintöpfen lassen sich Karotten auf vielerlei Art zubereiten, mit dem Vorteil, dass die meisten Nährstoffe relativ hitzebeständig sind.

Erdbeeren

Erdbeeren sind von jeher bei Jung und Alt beliebt und, was den Anbauort betrifft, sehr flexibel: Sie gehören zu den Pflanzen, die sich direkt im Beet aber auch hervorragend in Säulen oder Hängekörben kultivieren lassen. Es gibt auch spezielle Erdbeertöpfe, die über seitliche Öffnungen und Ausbuchtungen verfügen, aus denen die Pflanzen herabwachsen und Früchte lose herunterhängen können.

Frisch gepflückte Erdbeeren sind eine wahre Gaumenfreude und umso köstlicher, wenn sie aus eigener Ernte stammen. Als Gärtner schmeckt man einfach den Sommer und die Sonne heraus! Sie enthalten noch dazu viel Kalium, Folat und Vitamin C. Was für ein Luxus, sich anhand dieser leckeren Beeren mit so lebensnotwendigen Vitaminen versorgen zu können!

Einen Schritt weiter…

Soweit einige simple Ideen für den Anfang. Und was, wenn Sie tatsächlich vom Anbaufieber gepackt werden? Ihrem Eifer sind keine Grenzen gesetzt – Sie können jetzt einen Schritt weiter gehen und in die entsprechenden Utensilien und Gefäße investieren oder eine Ecke Ihres Gartens in ein Gemüsebeet verwandeln. Wenn Ihnen trotz allem einfach der Platz fehlt, gibt es vielleicht die Möglichkeit, ein Beet in einem Schrebergarten zu übernehmen oder in einem Gemeinschaftsgarten aktiv zu werden.

Denken Sie jetzt, da Sie langsam zum Profigärtner werden, daran, dass das Geheimnis einer gesunden Ernährung gerade auch in der Vielfalt und Abwechslung liegt. Je mehr Sorten Sie anbauen, desto besser! Durch das Pflanzen neuer Obst- und Gemüsearten werden Sie mit Sicherheit bald auf neue Rezepte stoßen, um die bunten Erträge Ihres Gartens voll und ganz auszukosten.

Zweifellos bringt der Anbau unserer eigenen vollwertigen Nahrungsmittel viele Vorteile, was die Nährstoffversorgung betrifft, doch das ist noch lang nicht alles! Die Arbeit an unserem eigenen Stück Boden, der Kontakt mit der Natur um Erde in Essbares zu verwandeln, kann uns mit einem Gefühl tiefer Befriedigung erfüllen.

Eine Aktivität für Anfänger und Fortgeschrittene mit hoher Zufriedenheitsrate – warum probieren Sie es nicht einfach mal aus? Nächster Halt: Selbstversorger!

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