Weniger ist mehr

Lassen Sie uns erst einmal einen Mythos klären. Kennen Sie das auch? Kommt die Sprache auf „Bewegung“, „Sport“ oder „Aktivität“ – egal welche Disziplin – so wird gleich erwartet, dass dafür viermal pro Woche trainiert werden muss.

Das ist schlicht und einfach Unsinn – und noch dazu demotivierend! Tatsächlich ist es sogar besser, mit kleinen, überschaubaren Einheiten zu beginnen, um die Basis für eine gute Gewohnheit zu schaffen. Wenn diese Gewohnheit dann zur Selbstverständlichkeit geworden ist, können wir der Aktivität nach und nach mehr Zeit widmen.

Wenn Ihnen von Anfang das Bild von mühseliger, schweißtreibender Arbeit vor Augen schwebt, werden Sie sich kaum auf diese Aktivität freuen, es sei denn, Sie haben das Bedürfnis, sich selbst in die Mangel zu nehmen.

Denken Sie hingegen an etwas Feines, Kleines, an „Spaß“, und erkennen, dass auch eine kurze Trainingseinheit schon eine bemerkenswerte Wirkung zeigen kann, dann stehen Sie dem Ganzen gleich viel positiver gegenüber.

Spaß ist das A und O. Haben Sie und Ihr Partner das Gefühl, nie auch mal einfach Zeit zu zweit zu haben? Wie wär´s mit einem kurzen gemeinsamen Spaziergang?

So sind Sie aktiv und können sich gleichzeitig über Ihren Tag unterhalten, Pläne schmieden und auch mal über Ihre Sorgen sprechen. Oder Sie gehen mit der ganzen Familie am späten Sonntagnachmittag noch ins Schwimmbad, um das Wochenende schön ausklingen zu lassen. Die Kinder haben sich dann wunderbar ausgetobt und schlafen vor Beginn der neuen Schulwoche tief und fest, und Sie können sich für Ihre Leistungen auf die Schulter klopfen. Da kann der Montagmorgen gerne kommen!

Wenn Ihnen eine Aktivität richtig Spaß gemacht hat, wollen Sie es bestimmt nicht bei nur einem Mal belassen. Das ist das wahre Geheimnis einer positiven Gewohnheit. Probieren Sie verschiedene Sportarten jeweils ein paar Wochen lang für sich aus, z. B. Spinning, Laufen, Walken oder Training an der Rudermaschine, und schauen Sie, was Ihnen wirklich liegt. Generell heißt es, dass eine Aktivität erst nach drei bis vier Wochen wirklich zur Gewohnheit wird.

Hat es Ihnen keinen Spaß gemacht? Dann müssen Sie sich auch nicht weiter damit quälen. Im Gegenteil, das würde Ihrer Einstellung gegenüber Bewegung wohl eher schaden.

Wenn Sie aber merken, dass Sie die richtige Aktivität für sich entdeckt haben, bleiben Sie dabei! Eine Gewohnheit, die mit zwei Wochen beginnt, sich auf einen Monat und schließlich auf ein Jahr ausdehnt, gibt Ihnen eine gute Grundlage, Ihr ganzes Leben lang aktiv zu bleiben. Das ist sehr wichtig, nicht nur für sich selbst und Ihre zukünftige Gesundheit, sondern auch, damit Sie am Leben Ihrer Kinder, Enkel und Urenkel aktiv teilnehmen und das Leben gemeinsam genießen können.

Denken Sie auch an Ihre persönlichen Vorlieben. Wenn Sie nun einmal kein Frühaufsteher sind, verkündigen Sie lieber nicht der ganzen Welt, dass Sie beim ersten Morgengrauen Ihr 30-minütiges Laufprogramm starten werden. Im Grunde wissen Sie selbst, dass das nie so eintreten wird. Wählen Sie Aktivitäten, die zu Ihnen und Ihrem Lebensstil passen und bei denen Sie sich wohlfühlen.

Übernehmen Sie sich nicht in Ihrer Trainingsplanung. Eine halbe Stunde Bewegung dreimal in der Woche ist ein gutes, realistisches Ziel, und diese halbe Stunde könnte bei extremer Zeitnot auch mal in drei Einheiten von je zehn Minuten aufgeteilt werden. Es ist auch kein Drama, falls Sie das Training einmal ausfallen lassen müssen. Freuen Sie sich stattdessen auf das nächste Mal und vergessen Sie nicht, dass Sie schon etwas ganz Besonderes geschafft haben. Sie haben die Entscheidung getroffen, etwas zur Verbesserung Ihrer allgemeinen Gesundheit zu tun.

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