Die natürlichste Art der Bewegung

Wenn wir zu Fuß gehen, bewegen wir uns meist, ohne weiter darüber nachzudenken, wir tun es einfach. Dabei ist es eine so wunderbare Möglichkeit, aktiv zu bleiben – und nebenbei noch einfach, günstig und schonend für unseren Körper.

Es gab eine Zeit, da waren die Füße das einzige Transportmittel. Die Jäger und Sammler vergangener Zeiten mussten sich zu Fuß aufmachen, um zu überleben, während ihre Nachfahren heute oft einfach zu einem Drive-in-Lokal fahren. Wir könnten sicher das eine oder andere von unseren Vorfahren lernen.

Zu Fuß gehen ist ein ganz natürlicher Vorgang, genau wie atmen oder essen, und außerdem ein sehr guter Weg, aktiv zu bleiben.

Man könnte fast sagen: So einfach wie das ABC, läuft man auch von A nach B.

Eine kostengünstigere Sportart gibt es nicht! Die größte Investition sind ein gutes Paar Schuhe, vielleicht Laufschuhe, und Ihre Zeit. Und die Ersparnisse sind beträchtlich. Keine Parkgebühren, keine Benzin- oder Transportkosten. Kein Personal Trainer, keine Kursgebühren. Keine teuren Geräte, keine spezielle Ausrüstung. Auch die Auswirkungen auf die Umwelt sind minimal: Zu Fuß gehen ist möglicherweise die umweltfreundlichste Aktivität überhaupt. Wir hinterlassen vielleicht einen Fußabdruck – mit CO2 hat der jedoch nur am Rande zu tun.

Gehen lässt sich wirklich in jeden Lebensstil einfügen. Wir können einfach loslaufen, dafür müssen wir nicht lange planen. Nutzen Sie die Mittagspause für einen Spaziergang, anstatt mit dem Essen vom nächsten Supermarkt am Schreibtisch sitzen zu bleiben. Ermuntern Sie Ihre Kollegen, Sie zu begleiten, und schon wird das Gehen zu einer geselligen Aktivität, bei der Sie sich nebenbei unterhalten können. Wenn wir joggen gehen, haben wir häufig kaum genug Luft zum Atmen – geschweige denn zum Reden!

Wenn Sie die Möglichkeit haben, zu Fuß zur Arbeit zu gehen, die Kinder zur Schule zu bringen oder zum Einkaufen zu gehen, werden Sie bald merken, dass Ihre Zeitplanung viel zuverlässiger wird. Sie müssen nicht mehr auf verspätete Busse, Züge, Straßen- oder U-Bahnen warten, Sie können sich die Zeit selbst einteilen und sind unabhängig. Möglicherweise sind Sie etwas länger unterwegs, aber dafür weniger frustriert und gestresst und wissen auf Schritt und Tritt, dass Sie Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand etwas Gutes tun.

Zu Fuß zu gehen ist in vielerlei Hinsicht gut für die Gesundheit. In einem kürzlich erschienenen Bericht wurde ein zweieinhalbstündiger Spaziergang als „Wundermittel“ beschrieben: Knochendichte, Muskelmasse und Tonus werden verstärkt. Die Gelenke bleiben in Bewegung, werden jedoch weit weniger belastet als beim Joggen oder Rennen. Sogar das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden oder an Diabetes Typ 2 oder Asthma zu erkranken, kann so eventuell reduziert und der LDL-Cholesterinspiegel („schlechtes Cholesterin“) gesenkt und der HDL-Cholesterinspiegel („gutes Cholesterin“) erhöht werden.

Frische Luft tut immer gut und durch das Sonnenlicht tanken wir außerdem Vitamin D. All diese Faktoren führen zu einem wahren Energieschub und einem verbesserten Befinden – nicht nur, weil wir uns einfach besser fühlen, sondern weil wir unsere Nachbarschaft besser kennenlernen und die Natur oder den Großstadtdschungel erkunden können.

Wenn Sie einen besonders straffen Zeitplan haben und den ganzen Tag unter Menschen sind, kann Sie vielleicht der Gedanke verlocken, einmal früh morgens oder am Abend ein wenig entspannende, aktive „Ich-Zeit“ nur für sich zu haben. Oder Sie schließen sich einer Gruppe leidenschaftlicher Spaziergänger an, die ein gemeinsames Interesse verbindet, Naturkunde oder Fotografie beispielsweise. Wir haben sogar von einer Gruppe Spazierfreunde gehört, die gleichzeitig ein Chor sind. Auf ihrem Weg durch reizvolle Landschaften halten sie immer wieder inne und stimmen ein Lied an! Wenn das nicht die Stimmung hebt!

Fangen Sie langsam an. Als Daumenregel gilt – oder müssen wir hier eher von einer Zehenregel sprechen? – in 10 Minuten 1.000 Schritte zu gehen. Beginnen Sie also, indem Sie vielleicht zwei bis drei Minuten mäßig schnell bis stramm gehen, und erhöhen Sie die Dauer nach und nach auf 10 Minuten und später bis auf eine halbe Stunde. Wenn Sie soweit sind, dass Sie fünfmal pro Woche 30 Minuten gehen, werden Sie sicher schon bald die ersten Vorteile bemerken.

Und wenn Sie dann richtig die Leidenschaft packt, können Sie etwas anstrengendere Touren im Flachland oder in den Bergen angehen oder Nordic Walking oder den Orientierungslauf ausprobieren. Das Geheimnis liegt darin, die für Sie am besten geeignete Art des Gehens zu entdecken. Sie können nur davon profitieren, und das ist genau das Schöne am Gehen. Eine natürliche Aktivität, die sich jedem Lebensstil anpasst.

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